Paris — Die französische Nationalversammlung hat am Montag einen Gesetzentwurf verabschiedet, der Kindern unter 15 Jahren die Nutzung sozialer Netzwerke verbieten soll. Bei der Abstimmung unterstützten 116 Abgeordnete den Entwurf, 23 stimmten dagegen. Nun wird das Gesetz dem Senat, dem Oberhaus des Parlaments, vorgelegt.
Präsident Emmanuel Macron sprach sich entschieden für die Initiative aus und betonte, dass ihr Ziel darin bestehe, junge Menschen vor übermäßiger Bildschirmzeit und den psychologischen Auswirkungen sozialer Medien zu schützen. Er bezeichnete das Abstimmungsergebnis als „einen wichtigen Schritt“ und hob hervor, dass „das Gehirn unserer Kinder kein Handelsgut für amerikanische oder chinesische Plattformen ist“.
Was sieht das Gesetz vor?
Nach den neuen Regeln:
- dürfen Kinder unter 15 Jahren keine Konten in sozialen Netzwerken erstellen;
- können Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahren sich nur mit offizieller Zustimmung der Eltern registrieren;
- werden soziale Plattformen verpflichtet, die Altersüberprüfung zu verstärken.
Diese Maßnahmen sollen die Internetsicherheit junger Menschen erhöhen und ihre psychische Gesundheit schützen.
Ein Vorreiter in Europa
Die Entscheidung Frankreichs gilt als wichtiger Bestandteil der europaweiten Bemühungen, die Sicherheit von Kindern im digitalen Raum zu gewährleisten. Einige EU‑Länder prüfen ebenfalls die Einführung ähnlicher Beschränkungen.
Nächster Schritt
Sollte der Senat den Gesetzentwurf billigen, würde Frankreich zu den Ländern mit den strengsten Altersbeschränkungen für die Nutzung sozialer Netzwerke gehören. Experten zufolge könnte dieser Schritt den Beginn eines neuen Trends in der globalen Regulierung sozialer Medien markieren.